Schule, Hochschule, berufliche Aus- und Weiterbildung, Lebenslanges Lernen

Immersives Lernen hat Zukunft

Play. Educate. Inspire. So lautet das Motto von Polycular, EdTech-Pioniere aus Hallein, die auf spielerische Elemente im  digitalen Lernprozess setzen.

Das 2014 gegründete, bereits mehrfach ausgezeichnete, Unternehmen (kürzlich mit einem Constantinus Award) realisiert Projekte mit zwei unterschiedlichen Schwerpunkten, nämlich Augmented Reality (AR) und Virtual Reality (VR). AR kommt beispielsweise bei dem sogenannten „Escape-AR“ zum Einsatz. Jeder Raum, etwa ein Büro, kann in einen interaktiven Escape Room verwandelt werden, in dem den Spieler:innen Wissen vermittelt wird. So hat Polycular etwa gemeinsam mit der Salzburg AG einen Escape-AR-Room entwickelt, der Schüler:innen auf völlig neue und spielerische Art die Themen Energie, Mobilität, Wasser und Telekommunikation erleben lässt.

Weitere Projekte beschäftigen sich mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt. Hier arbeitet Polycular mit ihrem zweiten Schwerpunkt Virtual Reality. So kann in einer Simulation die Zusammenarbeit mit kollaborativen Robotern trainiert werden. In einem aktuellen Forschungsprojekt entwickelt Polycular ein Training für soziale Fähigkeiten zum Beispiel in Konfliktsituationen. Für ein realistisches Erlebnis steht man hier im virtuellen Raum einem aufgebrachten Avatar gegenüber.

Was bedeutet immersives Lernen?

Polycular setzt bei allen Projekten auf immersives Lernen, das heißt, Wissen durch Erleben und das Eintauchen in virtuelle Welten zu vermitteln. Dafür eigent sich AR und VR besonders. Durch Erfahrung, Interaktivität und dem spielerischen Ansatz kann der Lernerfolg so gesteigert werden.

Polycular. Foto: WKS/ Probst Photographie, 29.01.2021

Nachgefragt bei Thomas Layer-Wagner

Mitbegründer Thomas Layer-Wagner erzählt von den Anfängen, seinen Visionen für die Bildungslandschaft in Österreich und warum Salzburg ein gutes Pflaster für EdTech Startups ist.

Wie bist du zur EdTech-Branche gekommen?

Die Beschäftigung mit Education Technology hat sich mir und meinem Gründerpartner, dem leider erst kürzlich verstorbenen Robert Praxmarer, quasi aufgedrängt. Das kommt aus der eigenen Schul- und Lernerfahrung. Viele Lerninhalte in der Schule waren einfach zu theoretisch und wenig greifbar und dadurch auch schwer zu verstehen. Als Lehrende an der Fachhochschule haben wir uns dann ebenfalls noch bessere Vermittlungsmöglichkeiten gewünscht. Wir haben dann in den Extended-Reality-Technologien (XR), zu denen etwa Virtual (VR) und Augmented Reality (AR) zählen, und auch in Spieletechnologien und Gamification das Potenzial gesehen, zu einer Veränderung beizutragen. Daraus ergeben sich viele Möglichkeiten der Wissensvermittlung. Diese Technologien und die damit erzeugten Simulationen und Spiele helfen, tiefer in bestimmte Themengebiete einzutauchen und durch das unmittelbare Erleben in einer sicheren virtuellen Umgebung und die Reflexion des Erlebten ein besseres Lernergebnis zu erzielen. Dieses immersive Lernen wird in Zukunft eine große Rolle im Bildungsbereich spielen werden.

Warum ist Salzburg ein gutes Pflaster für EdTech?

Wir sind schon immer der Meinung gewesen, dass Salzburg ein gut geeigneter Standort dafür ist, weil es hier bereits die entsprechenden Ausbildungen gibt, die natürlich weiter gestärkt werden müssen. Besonders für die Anwendung von XR im Lernbereich gibt es viele Nachwuchskräfte in Salzburg. Außerdem gibt es hier und in der näheren Umgebung in Bayern und Oberösterreich genügend Betriebe, die ein Interesse an diesen Themen haben, nicht zu vergessen der Tourismus, der ebenfalls von diesen Technologien profitieren könnte.

Wie siehst du den Start von EdTech Austria?

Es unterstreicht die Bedeutung des Themas. EdTech Austria kann als Katalysator für alle, die im EdTech-Bereich tätig sind, wirken. Die Branche und das Thema werden sichtbarer. In der EdTech Branche tut sich aktuell sehr viel. Es gibt so viel Umbruch und Innovation. Da kann in den nächsten Jahren in der Bildungslandschaft in Österreich viel passieren. Weg von traditionellen Lernmethoden hin zu immersivem Lernen. Digitale Möglichkeiten wie VR machen es möglich, aus der Erfahrung heraus zu lernen, man ist mittendrin. Trainings im Job sind so möglich und man muss keine Angst haben, dass Fehler passieren. So sind Lernende perfekt vorbereitet für reale Situationen.

Was ist deine Vision für die Bildungslandschaft in Österreich?

Durch Covid wurden einige Schwachstellen und Probleme in der Bildung aufgedeckt. Wir haben also schon erkannt, was infrastrukturell notwendig ist für eine moderne Bildungslandschaft in Österreich. Als Vision habe ich, dass Lernen und Weiterlernen in der Zukunft als etwas sehr Positives wahrgenommen wird. Das lässt sich durch immersives Lernen erreichen. Die Menschen sollen durch Weiterbildung etwa im Beruf auf Herausforderungen vorbereitet werden. Bei der Bildung dürfen auch einmal Fehler gemacht werden, man darf sich ausprobieren und das Lernen erleben. Dazu braucht es moderne digitale Lernmethoden.

Im Kommunikationsteam vom ITG – Innovationsservice für Salzburg holt Maria innovative, digitale Unternehmen und Geschäftsmodelle vor den Vorhang. Sie ist überzeugt, dass EdTech unser Bildungssystem besser macht und freut sich, bei der Integration von EdTech in unsere Bildungslandschaft mithelfen zu können.

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