7. Dezember 2022, Allgemeines

Wo geht die EdTech-Reise in Österreich hin?

EdTech Austria tourte Ende November eine Woche lang durch Österreich. Unter dem Motto „Wo geht die EdTech-Reise hin?“ haben wir in drei Städten Halt gemacht und die EdTech-Szene mit Schulen, Unternehmen und Hochschulen vernetzt. Inspirierende Keynotes, spannende EdTech Tastings und angeregte Diskussionen machten diese Roadshow zu einem gelungenen Event.  

Lernen durch Spielen 

„Wer glaubt, dass Spiele und Lernen zwei getrennte Dinge sind?“ Niemand hebt die Hand bei der Frage von Jörg Hofstätter, CEO von ovos, und uns ist klar: Gamification kann viel bewirken. Das zeigt auch Hofstätters Vortrag mit einem Einblick in gamifiziertes Lernen und dem Aufzeigen, dass EdTech viel mehr ist, als Bildungstechnologien in der Schule. Tatsächlich ist eine Mehrheit der EdTech-Unternehmen in Europa in der Corporate Learning-Branche tätig. Unsere vier Bereiche bei EdTech Austria – Schule, Hochschule/Universität, berufliche Aus- und Weiterbildung und lebenslanges Lernen – zeigen uns die Diversität und Breite von EdTech immer wieder aufs Neue. 

Die Veränderung als Konstante 

„Danke, dass ihr heute die Dinosaurier eingeladen habt“, meinte Bernd Simon von Knowledge Markets.  Er ist schon lange erfolgreich im EdTech-Bereich tätig. Dabei hat er in den letzten Jahrzehnten folgendes beobachtet: Das einzig Konstante ist die Veränderung. Nicht nur die Technologien haben sich stark weiterentwickelt, sondern auch die Didaktik und Methoden, die damit einhergehen. Wo wird die Reise hingehen? „Zu mehr Kooperation und Kollaboration“, da ist sich Bernd Simon sicher. 

Ermöglichung und Individualisierung  

„EdTech soll kein Selbstzweck sein“, betont Markus Fischer zu Beginn seines Vortrages. Bei Bildungstechnologien gehe es letztendlich immer darum, Lernpfade und Lernprozesse zu ermöglichen, die individualisiertes Lernen zulassen. Dafür, so Fischer, brauche es aber noch mehr Evidenz. Sein Unternehmen, chabaDoo, baut von Anfang an auf wissenschaftliche Begleitforschung. „Es braucht eine Qualitätssicherung, die deutlich schneller ist als jetzt“, hebt der EdTech-Unternehmer hervor.  

Veränderung gehört begleitet 

Als Barbara Zuliani 2009 in ihrer Klasse iPads einführen will, wird sie von einer Kollegin gefragt: „Was willst‘n mit dem Brettl, willst a gesunde Jause machen?“ Der Seitenhieb der Kollegin lief ins Leere. Schnell hat sich herausgestellt, wie sehr die Kinder ihrer Klasse davon profitiert haben. Seither stehen in Zulianis Unterricht Filmdrehen, Programmieren und digitales Gestalten auf dem Stundenplan. Die 1:1 Ausstattung mit digitalen Endgeräten, die damals 25.000 Euro gekostet hat, hat sie über Crowdfunding finanziert.  Was oft übersehen wird: Die viele Arbeit, die in der Unterrichtungsvorbereitung steckt. Damals gab es für den digitalen Unterricht kaum Fortbildungsangebot, mittlerweile gibt es mehr aber die „Lehrerinnen und Lehrer sind müde“, betont Zuliani. Niederschwellige Angebote wie Online-Fortbildungen könnten hier einiges bewirken. Und mit einer Fortbildung ist es nicht getan, Veränderung gehöre begleitet, da sind sich Markus Fischer und Barbara Zuliani einig. Lehrer:innen können damit nicht alleine gelassen werden. 

Lernen erlebbar machen 

Augmented Reality (AR), Virtual Reality (VR), Mixed Reality (MR) – das waren die großen Themen, die bei unserem Tourstopp in Salzburg vorgestellt wurden. Thomas Layer-Wagner, CEO von Polycular und Markus Tatzgern, Professor für Mixed Reality und Game Development an der FH Salzburg, haben über aktuelle AR- und VR-Projekte in Salzburg berichtet. 

Thomas Layer-Wagner setzt bei seinen Projekten auf immersives Lernen, das heißt, Wissen durch Erleben und das Eintauchen in virtuelle Welten zu vermitteln. Layer-Wagner und sein Team verwandeln mittels AR und VR Räume in interaktive Escape-Rooms, um Lernen erlebbar zu machen.  Durch den spielerischen Ansatz (game based und experienced learning) kann der Lernerfolg gesteigert werden. Etwas zu riskieren und womöglich auch Fehler zu machen sind dabei ein wesentlicher Teil der Lernerfahrung. 

AR und VR in der Schule 

Gemeinsam mit der Universität Salzburg und der Pädagogischen Hochschule Salzburg erforscht Markus Tatzgern im „EdTech Salzburg Augmented Learning Lab“ die Anwendung von Virtual und Augmented Reality im Schulunterricht. Dafür erweitert das Forschungsteam eine vier mal vier Meter große physische Landkarte von Salzburg, die in Salzburgs Schulen für den Sachunterricht im Einsatz ist, um digitale Inhalte. So wird mit AR der Weg der Milch vom Bauern in das Geschäft visualisiert: Woher kommt die Milch? Wie werden Kühe in Salzburg gehalten? Und wie kommt die Milch in das Regal in den Supermarkt? Das Projekt hilft den Schülerinnen und Schülern dabei, komplexe Sachverhalte mit Hilfe praktischer Beispiele leichter zu verstehen. 

„Virtual und Augmented Reality können auf jeweils unterschiedliche Weise den Unterricht bereichern. VR ermöglicht beispielsweise virtuelle Ausflüge durch die Geschichte, oder Physikexperimente in einer sicheren Umgebung. Augmented Reality wertet zum Beispiel bestehendes analoges Unterrichtsmaterial durch digitale Inhalte auf. Wichtig für den Lernerfolg ist dabei, dass passende didaktische Konzepte für den Einsatz von Technologien entwickelt werden“, so Markus Tatzgern. 

Und weil’s so schön war, sich mit der österreichischen EdTech-Szene, den Anwender:innen und vielen anderen Interessierten zu vernetzen, planen wir für 2023 ein ähnliches Format. Du willst keines unserer Events verpassen? Dann melde dich doch gleich zu unserem Newsletter an oder folge uns auf Linkedin.

Foto: Innovation Salzburg/Benedikt Schemmer
Foto: Innovation Salzburg/Benedikt Schemmer
Foto: Innovation Salzburg/Benedikt Schemmer

Marlene ist seit Herbst 2021 bei EdTech Austria. Ihr ist es ein großes Anliegen, die heimische Bildungslandschaft um digitale Bildungsanwendungen und -tools reicher zu machen. In ihrer Rolle möchte sie EdTechs, ihre Anwender:innen und Forschungseinrichtungen vernetzen, um ein starkes heimisches EdTech-Ökosystem zu schaffen.

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