Schule

Einen Schritt voraus: Mit LernMax individuell unterrichten

Der Alltag von Lehrer:innen kann durchaus kompliziert sein. Denn wenn wir genauer hinsehen, ist der Anspruch an Schulen und Pädagog:innen sehr hoch – schließlich sind Klassen mit mindestens 20 Kindern üblich. Also gilt es, bestenfalls auch 20 unterschiedlichen Lernbedürfnissen gerecht zu werden. Und weil traditionelle Schulbücher für die Familie Ronacher dafür zu einheitlich waren, programmierten sie kurzerhand eine eigene Lösung für individuelleres Unterrichten. Seit 2007 bieten die Salzburger ihre Lernübungssoftware – die auf den gesetzlich vorgeschriebenen Inhalten der Lehrpläne basiert – mit multimedialen Aufgaben in allen Fächern der Volksschule sowie in Naturwissenschaften, Mathematik, Deutsch und Deutsch als Zweitsprache für Mittelschulen und Gymnasien an. Die Schwierigkeitsgrade der Übungen können dabei für alle Schüler:innen individuell gewählt werden.

Das Programm findet auf zwei Arten in den Unterricht – als gemeinsames Lernen auf dem Whiteboard oder Projektor und als individuelles Arbeiten auf Tablets oder Computern. Durch die Nutzung der LernMax-Cloud können auch digitale Hausaufgaben gestellt werden. „Das war vor allem in der Zeit der ersten Corona-Lockdowns sehr wichtig und bleibt seither beliebt. Außerdem haben wir aufgrund der großen Nachfrage von Eltern auch Einzelplatz-Angebote für Schüler:innen eingeführt, die gerne selbst damit üben wollen“, sagt Vertriebsdirektor Julian Ronacher.

Der intelligente Zufallsgenerator

Um das Besondere an LernMax zu erkennen, müssen wir aber tiefer in die Software eintauchen. Denn hinter den Übungen versteckt sich ein komplex programmierter Zufallsgenerator. Somit bleiben zwar die Fragestellungen der einzelnen Themenblöcke gleich, die Inhalte dazu werden aber bei jedem Übungsstart neu generiert. Eine Überschlagsrechnung einer Einkaufsliste beispielsweise, muss bei jedem Versuch auch wieder neu berechnet werden, weil das Programm immer wieder andere Besorgungen auf die Liste schreibt. Somit müssen die Schüler:innen die Themen wirklich verstehen, als sich nur die richtigen Antworten für das nächste Mal zu merken.

Die Künstliche Intelligenz erkennt außerdem alle richtigen Lösungsansätze. Gerade in Mathematik, zum Beispiel bei Flächenberechnungen, die auf mehrere Arten gelöst werden können, sei das eine wichtige Komponente, die allerdings sehr aufwändig zu programmieren ist: „Bei komplexen Themengebieten arbeiten unsere Software-Entwickler:innen oft einen ganzen Monat lang an einer Aufgabe, damit alle möglichen Rechenwege abgedeckt sind und genügend Beispiele für jeden neuen Übungsstart automatisch erstellt werden können“, sagt Julian. Lehrer:innen wiederum haben die Möglichkeit sich im Protokoll genau anzusehen, wie oft die Aufgaben gelöst wurden und ob sich einzelne Schüler:innen verbessert haben.

Aus der Perspektive der Schüler:innen: So sieht die Startseite von LernMax aus. (Foto: LernMax)

Differenziertes Lehren und Lernen

Neben diesem Ansatz eines differenzierten Lernens durch die Begleitung der Software greift das Team aber auch zu den gestalterischen Möglichkeiten des LernMax. Ein Beispiel dafür sind Leseübungen: Anstatt das Konzept von Bildergeschichten aus Büchern eins zu eins digital zu kopieren, brechen die Ronachers diesen Ansatz auf. So gibt es beim Thema „Lesen lernen“ eine kurze Filmsequenz und dann die Auswahlmöglichkeit aus verschiedenen Texten, wobei die Schüler:innen entscheiden müssen, welcher davon den Film besser beschreibt. „Ich kenne kein anderes Lese-Lernprogramm, bei dem ein Video vorkommt“, sagt Julian. „Aber warum nicht? Wenn man schon ein Medium nutzt, dann doch am besten mit all seinen Möglichkeiten. Wir sind dabei sowieso immer bestrebt, neue Produkte zu entwickeln, die dem Zeitgeist entsprechen und sinnvoll sind“.

Eine Mathematik-Aufgabe mit Multiple-Choice-Antworten. (Foto: LernMax)

Deutsch als Zweitsprache

Ein Computer kann aber auch bei Sprachbarrieren überaus hilfreich sein. LernMax hat hier das Bedürfnis von Schulen verstanden – und den Mut aufgebracht – vorauszudenken. Das zeigt sich in dem Programm „DAZ – Deutsch als Zweitsprache“. „Wir sind hier nach wie vor die einzigen Anbieter, die ein Übungsprogramm mit Erklärungen in der Muttersprache der Schüler:innen erstellt haben“. Das liegt wohl daran, dass die Ronachers hier vorausschauender waren als andere. „Für uns war nach den Berichten über die Konflikte im Nahen Osten die Flüchtlingsbewegung absehbar. Damit war klar, dass wir im Herbst 2015 Kinder in unseren Schulen haben werden, die kein Deutsch sprechen“, erzählt Julian. Deshalb kreierten sie mit Native Speakern ein eigenes Übungsprogramm, bei dem die Aufgaben in 22 verschiedenen Sprachen erklärt werden – die ersten waren auf Arabisch und Farsi, um sofort auf die damalige Situation zu reagieren. Das Programm ermöglicht es Lehrer:innen ihre Schüler:innen ohne Deutschkenntnisse in den Unterricht einzugliedern, ohne dafür selbst die jeweilige Sprache zu sprechen.

 

Erfolgreich durch aktiven Verkauf

Erfolgreich ist das Familienunternehmen aber nicht nur dank der zukunftsfitten Ideen und anspruchsvollen Angebote, sondern vielmehr durch die aktive Akquise. „Wenn wir gewartet hätten, bis jemand zu uns kommt, um nach unseren Produkten zu fragen, dann würden wir vielleicht fünf Prozent von unserem Umsatz machen“. Ihre Preise passen sie an die Größe und das Budget der Schulen an. „Wir sind hier als Anbieter kulant. Eine kleine Schule in Tirol mit 70 Kindern hat eben nicht dieselben finanziellen Ressourcen wie eine größere in Wien“. Eine Strategie, die sich offensichtlich auszahlt: Über 3.500 Schulen gestalten ihren Unterricht bereits mit LernMax.

Julian Ronacher, Vertriebsdirektor von LernMax. (Foto: Lernmax)

Nachgefragt bei Julian Ronacher

Wie habt ihr als Unternehmen die Covid-Pandemie erlebt?

Das war für uns, wie für viele andere aus unserer Branche, eine große Sache. Aber auch hier haben wir schon einige Jahre zuvor ein Produkt entwickelt, das dann plötzlich genau gepasst hat. Unsere Cloud-Lösung ermöglicht es nämlich den Lehrer:innen, Aufgaben aus den Schullizenzen für ihre Schüler:innen freizuschalten, die dann von zuhause aus lernen können. Die Cloud haben wir ab dem ersten Lockdown im März 2020 zwei Monate lang gratis zur Verfügung gestellt und schulten plötzlich nicht 20 sondern hunderte Teilnehmer:innen in unseren Webinaren. Viele Schulen haben daraufhin den Benefit gesehen, wollten weiterhin damit arbeiten und haben schließlich die kostenpflichtige Version gebucht.

Was ist an der Cloud so besonders für Schulen?

Das größte Argument für unsere gesamte Software ist es ja, dass Schüler:innen sofort Feedback auf die gelösten Übungen bekommen. Das heißt, sie können eine Aufgabe so lange machen, bis sie zu 100 Prozent richtig gelöst wird, wobei die Aufgabe aber jedes Mal neu generiert wird und die Schüler:innen sich diese somit stets neu durchdenken müssen.

Genau das spricht auch für Hausaufgaben mit LernMax. Lehrer:innen können in der Cloud festlegen, welche Aufgaben in welchem Zeitrahmen zu lösen sind. Den Vorteil sieht man auch im Vergleich zum herkömmlichen Weg Hausaufgaben zu geben, die im Heft erledigt werden. Dann müssen sie erst einmal mitgenommen, korrigiert und wieder zurückgebracht werden. Da vergehen im Schnitt fünf Tage und die Schüler:innen haben in dem Zeitraum die Übung vergessen. Das gibt einfach keinen guten Lerneffekt.

Eve hat sich nach der Kommunikationsarbeit in der Salzburger Innovationsszene als Texterin in Wien selbstständig gemacht. Der Funke ist über die Distanz aber nicht erloschen: Nach wie vor schreibt sie am liebsten über innovative Unternehmer:innen und ihre spannenden Ideen. Dafür geht ihr im EdTech Bereich sicherlich nicht so schnell der Stoff aus.

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