Hochschule

Studo: Love brand für Studierende

Alumnis kennen es vielleicht: Neues Semester – neue Kurse – neue Räumlichkeiten. Du fährst auf deine Uni, bist natürlich wie immer spät dran und suchst verzweifelt den Seminarraum, der sich anscheinend irgendwo im Keller des Gebäudes befindet. Wie gut wäre es jetzt, einfach im Handy nachzuschauen? Natürlich kein Empfang und das WLan der Uni spielt auch nicht mit. Die jetzigen Studierenden kennen das wahrscheinlich nicht mehr. Denn für solche Fälle gibt es die App Studo. Doch genau aufgrund so einer Begebenheit hat Studo-Chefentwickler Valentin Slawicek die App entwickelt.

Organisieren, informieren und kommunizieren

Mit Studo sehen Studierende auf einem Blick, welche Lehrveranstaltungen anstehen.

Studo ist eine Organisationsapp und noch vieles mehr. Sie vereint alle Systeme einer Hochschule, damit Studierende in nur einer App Zugang zum Mail-Client, zu ihren Noten, zu Kursübersichten und vielem mehr haben. Studierende können so ihr Studium an einer oder auch mehreren Hochschulen einfach und übersichtlich mit Studo organisieren.

In der Corona-Zeit kamen einige Funktionen hinzu, die Studierenden bei der Bewältigung der Krise helfen. „Am Anfang der Corona-Krise war Chaos bei den Studierenden. Keiner hat die vielen unterschiedlichen Informationen, wie es an den Hochschulen weitergeht, filtern können“, erzählt PR-Leiterin Isabella Zick. Push-Nachrichten der Hochschulen über die App etablierten sich als effektiver Kommunikationskanal, um Studierende mit den wichtigsten Infos zu versorgen.

Ein weiteres Zusatzmodul, das es bereits vor Corona gab, welches sich aber in der Krise als äußerst wichtig erwies, ist der Student-Helpchat. Psycholog:innen vom Online-Beratungsdienst Instahelp bieten Studierenden darüber mentale Unterstützung bei der Bewältigung des Studienalltags an.

Von Österreich in die Welt

Die App ist in einer Basisversion kostenfrei für Studierende. Für eine Pro-Version, mit der sämtliche Features verfügbar sind, verrechnet Studo 2,99 Euro im Monat. 160.000 aktive Nutzer:innen hat die App alleine in Österreich, das ist jede:r zweite aktiv Studierende. In Deutschland sind es ca. 100.000 – Tendenz steigend. Doch das Team will hoch hinaus. „Das langfristige Ziel ist, dass jede:r Studierende in Europa sein Studium mit uns organisieren kann und so  bestmöglich unterstützt wird“, so Isabella zu den Expansionsplänen.

Hochschul-Kooperationen inspiriert zu neuen Features

Doch nicht nur Studis lieben Studo, sondern auch die Hochschulen. „Viele Hochschulen sind begeistert von der App, weil sie so viel näher an den Studierenden dran sind.“ Durch Kooperationen entstanden viele neue Features, wie eine eigene App für Bedienstete oder die Workload-Erhebung, mit der Studierende genau tracken können, wieviel proaktive Zeit sie für die Absolvierung einer Lehrveranstaltung aufwenden müssen.

Das gesamte Studo-Team. Foto: Studo

Enge Verbindung mit Studierenden

Tatsächlich ist das Studo-Team eng verbunden mit den Nutzer:innen. Einmal im Quartal werden sie befragt, wie neue Features ankommen und welche zusätzlichen Funktionen sie sich wünschen. Dadurch entsteht ein reger Austausch und Studo erfährt, was Studierende brauchen. So wurden zum Beispiel Online-Kurse im Stundenplan anders dargestellt als Präsenz-Kurse, damit das auf den ersten Blick ersichtlich ist.

Studierende nutzen die App täglich. Sie fließt in ihren Studienalltag ein und macht ihn dadurch einfacher. „Mittlerweile sind wir unter Österreichs Studierenden zur Love Brand  geworden“, freut sich Isabella.

Isabella Zick, PR-Leiterin bei Studo. (Foto: quadrat2)

Nachgefragt bei Isabella Zick

Was macht eine gute App aus?

Eine gute App braucht einen Use Case, der wirklich gebraucht wird. Studierende nutzen Studo täglich. Es hat sich auch in meiner Studienzeit so natürlich angefühlt, mein Studium mit Studo zu organisieren.

Wichtig ist, immer am aktuellen Entwicklungsstand zu sein und sich auch an geänderte Bedürfnisse der Nutzer:innen anzupassen. Das steigert das Vertrauen und die Bindung in die App. Die Bindung zu unserer Marke ist sehr stark. Das haben wir über die Jahre aufgebaut. Wir sind anfangs allein durch Mundpropaganda gewachsen – weil der Bedarf bei den Studierenden da war.

Wie baut man denn so eine Love brand auf?

Die Community in Österreich ist mit uns mitgewachsen. Wir wollten bewusst nicht schnell wachsen, sondern uns die Zeit geben, das nachhaltig zu gestalten. Das ist uns gelungen – sobald die Studierenden die App herunterladen, bleiben sie dabei. Dazu hat auch beigetragen, dass viele tolle Mitarbeiter:innen schon lange bei Studo sind. Wir haben auch ein sehr starkes und empathisches Entwickler:innenteam, dass das Leben der Studierenden leichter und besser machen möchte.

Wir gehen für unsere Nutzer:innen auch die Extrameile. Wir haben zum Beispiel für Erstis (Anm.: Studierende im ersten Semester) in Düsseldorf ein virtuelles PubQuiz organisiert, damit sich die Studierenden auch in den Zeiten von Corona miteinander verbunden fühlen. Wir betreiben also aufwändiges Community Management, um auch in Deutschland zur Love Brand zu werden.“.

Was rätst du jedem App-Entwickler im EdTech-Bereich?

Wie schon angesprochen, ist es wichtig zu wissen, was die User:innen brauchen. Du kannst von einer Idee total überzeugt sein, aber erst die User:innen werden dir sagen, ob sie deine Lösung genauso gut finden. Daher ist feedbackorientiertes Entwickeln ganz zentral, damit du nah an der Zielgruppe entwickelst.

Im Kommunikationsteam vom ITG – Innovationsservice für Salzburg holt Maria innovative, digitale Unternehmen und Geschäftsmodelle vor den Vorhang. Sie ist überzeugt, dass EdTech unser Bildungssystem besser macht und freut sich, bei der Integration von EdTech in unsere Bildungslandschaft mithelfen zu können.

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