Das war das EdTech Austria Fellowship 2026
Neun EdTech-Teams aus sechs Bundesländern, viele neue Erkenntnisse und wertvolle Kontakte: Der zweite Durchgang des EdTech Austria Fellowship-Programms ist zu Ende gegangen. Wir zeigen, was die Fellows erreicht haben und wie es für sie weitergeht.

Gemeinsam weiterkommen: Was den zweiten Durchgang besonders machte
Die Fellows entwickelten ihre Bildungstechnologien weiter, schärften ihre Geschäftsmodelle und sammelten Feedback aus der Praxis. Den Abschluss bildete der EdTech Austria Summit in Hallein, bei dem die Teams ihre Lösungen präsentierten. Die Teams pitchten auf der Bühne, die ersten drei Plätze gingen an Lernly, Palino und ivi. Auch die Vernetzung zeigte Wirkung: Levio und Competence Works gründeten gemeinsam den EdTech Vienna Stammtisch, der inzwischen als EdTech Austria Stammtisch – Vienna Edition weitergeführt wird.
Constanze Stockhammer, Coachin im Fellowship-Programm, beobachtete die Entwicklung der Teams: „Ich habe vor allem gesehen, wie viel klarer und sicherer die Teams im Laufe des Programms geworden sind, in dem, was sie erreichen wollen, für wen sie es tun und wie der Weg dorthin aussehen kann.“ Auch Mentor Andy Gstoll konnte das beobachten: „Es war beeindruckend zu sehen, wie stark sich der Fokus im Laufe der Monate geschärft hat. Aus einer ersten vagen Idee ist ein glasklares, marktfähiges Konzept entstanden.“
Neun Fellows, neun unterschiedliche Wege
So vielfältig wie die Bildung selbst waren auch die Ideen der neun Fellows. Wir stellen die Teams vor und zeigen, was sich während des Programms bewegt hat.
Audiolie: Spielerisch lernen durch Zuhören

Audiolie ist eine Lernapp für Vor- und Volksschulkinder, die mit auditiven Aufgaben und Spracherkennung das Rechnen sowie Hör- und Sprachfähigkeiten trainiert.
Für Claudia Weber und Anita Verderber aus Kärnten war besonders der Austausch mit der Bildungspraxis wertvoll. Bei den EDUdays in Krems erhielten sie erstmals Rückmeldungen von Lehrpersonen: „Das hat uns sehr motiviert“, erzählt Anita Verderber. Inzwischen hat das Team die Audiolie & Friends GmbH gegründet und ist Mitglied im EdTech Austria Netzwerk. Gemeinsam mit der TU Graz entwickelt es eine kindgerechte Spracherkennung. Das nächste Ziel: eine marktreife App.
Competence Works: Fähigkeiten sichtbar machen

Competence Works macht Fähigkeiten sichtbar und überprüfbar – unabhängig davon, wo und wie sie erworben wurden. So können Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Personalvermittler besser zusammenarbeiten. Das Team aus Wien besteht aus Andreas Hörfurter, Ursula Neulinger und Daniel Pasterk.
Document Accessibility: Digitale Inhalte für alle zugänglich machen

Document Accessibility wandelt PDF-Dokumente automatisch in barrierefreie, individuell anpassbare Webansichten um und erleichtert so Menschen mit unterschiedlichen Lese- und Lernbedürfnissen den Zugang zu digitalen Inhalten.
Für Gründerin Dorothea Paulowitsch aus Wien brachte das Fellowship mehr Klarheit: „Der wertvollste Impuls war die Erkenntnis, dass wir mehr Fokus brauchen. Wir haben gelernt, klarer zu trennen: Wer macht was – und warum.“ Das Team entwickelte einen ersten Prototyp und möchte die Lösung nun gemeinsam mit Nutzer:innen weiterentwickeln, bevor der Vertrieb an Unternehmen startet.
ivi: Sprachen lernen mit interaktiven Hörgeschichten

ivi ist ein KI-basierter Sprachlerntutor, mit dem Kinder spielerisch und ohne Bildschirm Sprachen lernen. In interaktiven Hörgeschichten beantworten sie Fragen, treffen Entscheidungen und erweitern dabei ihren Wortschatz. Hinter ivi stehen Fabian Lächler und Daniil Serko aus Tirol.
Lernly: Deutsch lernen wird zum Abenteuer

Lernly unterstützt Kinder mit Deutsch als Zweitsprache durch ein digitales Lernspiel. Dabei erweitern sie spielerisch ihren Wortschatz, Satzbau und ihre Bildungssprache.
Für das Team rund um Musa Müller, Mohamed Moussa und Claudia-Elena Pregartner aus der Steiermark brachte das Fellowship wertvolle Einblicke in den Bildungsmarkt und Unterstützung bei der Weiterentwicklung des Produkts. Ein wichtiger Meilenstein war die erfolgreiche aws-Preseed-Förderung, bei der EdTech Austria das Team auch über das Fellowship hinaus unterstützte. „Die aws-Preseed-Förderung hat im fliegenden Übergang direkt nach dem Fellowship begonnen. Wir wissen jetzt genau, was unser zweiter Prototyp können muss, und steuern auf eine Pilotphase mit mehreren Schulen zu“, erzählt Musa Müller.
Levio: Individuelle Lernwege ermöglichen

Levio passt geprüfte Lerninhalte individuell an Vorwissen, Lerntempo und Bedürfnisse der Lernenden an. So können unterschiedliche Lernwege zum selben Ziel führen.
Für das Wiener Team rund um Alina Taborsky und Maxim Dvoynishnikov war besonders die Gemeinschaft im Fellowship wertvoll: „Beim Kick-off-Wochenende haben wir zum ersten Mal erlebt, wie viele großartige Menschen mit derselben Überzeugung und Energie daran arbeiten, Bildung besser zu machen, und noch einmal ganz anders verstanden, wie fundamental dieser Bereich eigentlich ist“, erzählt Alina Taborsky.
Auch bei der Produktentwicklung geht es weiter: Erste Pilotierungen zeigten, wie Lernende auf unterschiedlichen Wegen dasselbe Lernziel erreichen können. Diesen Ansatz erprobt Levio nun in weiteren Lernumgebungen und bereitet parallel den Markteintritt vor.
Odeq: Medizinisches Fachwissen neu aufbereiten

Odeq nutzt KI, um aus medizinischen Fachinhalten digitale Lernkarten zu erstellen, zu überprüfen und aktuell zu halten.
Im Fellowship schärften Mattias Duelli und Tobias Klingler aus Tirol ihre Geschäftsidee und profitierten besonders vom Netzwerk: „Das Fellowship hat uns im richtigen Moment mit den richtigen Menschen verbunden“, sagt Mattias Duelli. Das Team entwickelte einen ersten funktionsfähigen Prototyp und arbeitet nun daran, die Lösung mit medizinischen Expert:innen zu erproben und bekannter zu machen.
Palino: Ein digitaler Lesebuddy für Kinder

Palino unterstützt Volksschulkinder beim Lesen echter Kinderbücher. Mithilfe von Spracherkennung verfolgt die App den Lesefortschritt und gibt individuelles Feedback.
Im Fellowship lernten Sebastian Weidlinger und Philipp Ollmann aus Oberösterreich, Produktideen frühzeitig zu testen: „Als Entwickler will man gern sofort loslegen, mit diesen Tests merken wir aber schon früher, ob wir am Nutzen vorbei entwickeln. So können wir etwas bauen, dass Kinder nachhaltig beim Lesenlernen motiviert und unterstützt“, erklärt Sebastian Weidlinger.
Mit Volksschullehrerin Helena Ratzberger erhielt das Team pädagogische Verstärkung. Als Nächstes soll Palino von Familien im Alltag getestet werden. Interessierte können sich auf der Website für die Testphase vormerken lassen.
Projektra: Lernen durch eigene Projekte

Projektra unterstützt Lehrkräfte dabei, Lernprojekte digital zu begleiten und Schüler:innen beim Erwerb wichtiger Zukunftskompetenzen zu fördern.
Für Gründer Roland Dunzendorfer aus Niederösterreich brachte das Fellowship wertvolle Einblicke in den Bildungsmarkt. Auch die Einreichung beim Marktplatz Lernapps lieferte wichtige Erkenntnisse: „Auch wenn diese Einreichung nicht zu einem Erfolg geführt hat, war das Feedback doch so positiv, dass es mich ermutigt hat, weiterzumachen“, erzählt Roland Dunzendorfer. Inzwischen unterrichtet er selbst und nutzt seine Erfahrungen aus dem Klassenzimmer, um Projektra weiterzuentwickeln.
Gemeinsam Bildungstechnologien voranbringen
Das EdTech Austria Fellowship wird vom Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus (BMWET) gefördert. Birgit Schwabl-Drobir vom BMWET betont den Mehrwert für den Innovationsstandort Österreich: „Das EdTech Austria Fellowship verbindet innovative EdTech-Unternehmen mit der Bildungspraxis und hilft damit, neue Lösungen schneller zu testen und in den Markt zu bringen.“
Auch Eva Nittmann von EdTech Austria zieht eine positive Bilanz: „Im zweiten Durchgang haben wir gesehen, wie viel entstehen kann, wenn innovative Ideen auf Erfahrung, ehrliches Feedback und ein unterstützendes Netzwerk treffen.“
Danke
Ein großes Danke an alle Fellows, Mentor:innen, Coaches und Partner:innen, die das Fellowship 2026 mit ihren Ideen, ihrer Erfahrung und ihrem Engagement bereichert haben!
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